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IWF-Report: Rette sich, wer kann!

Der Global Financial Stability Report des IWF konstatiert das Steigen der Risiken im weltweiten Finanzsystem - die massiven Rettungsmassnahmen sind grandios gescheitert. Demnach reicht ein kleiner Krisenherd für einen großen Crash aus.

Abgeschirmte Tagung - Griechenland im Fokus

Trotz aller Sicherheitsnassnahmen drangen bedrohliche Informationen von der Frühjahrstagung des IWF nach aussen: Die Banken der Euro-Zone halten rund 900 Milliarden an faulen Krediten, vor allem Irland, Spanien und Italien, aber auch Griechenland und Zypern sind betroffen. Selbst die gemeinsame Bankenaufsicht sowie die verbesserten Regeln zur Eigenkapitalsicherung reichen demnach nicht aus. Die rigorose Haltung Österreichs in Bezug auf die Hypo Alpe Adria wird hingegen ausdrücklich gelobt, auf die Banken in der Euro-Zone kommen wohl herbe Verluste zu.

Niedrige Zinsen und Rohstoffpreise - zusätzlicher Druck

Klar wurde auch, dass die Risiken in Sektoren verschoben wurden, die noch schwerer zu überwachen sind. Vor allem die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken wirkt sich empfindlich auf die verschiedenen Bereiche der Wirtschaft aus. Der IWF sieht die EU-Lebensversicherer, die rund 4,4 Billionen Euro halten, massiv in Gefahr - Ansteckung auf andere Segmente des Finanzsystems sehr wahrscheinlich. Die Schuldensituation kann wohl nur durch die Steuerzahler gelöst werden, so sind auch die verschiedenen Aussagen zu Sonderbesteuerungen oder Zwangsabgaben auf Guthaben in diesem Kontext einzuordnen. Ebenfalls in diesem Zusammenhang machen die Bemühungen einiger EU-Länder, den Bargeldverkehr drastisch einzuschränken, durchaus Sinn: Eine Zwangsbesteuerung liesse sich so deutlich einfacher durchführen. Ein klares Eingeständnis, dass die Schulden- und Zinspolitik ihre Ziele verfehlt hat, wird wohl nicht erfolgen. Allerdings ist dieser Report schon aussergewöhnlich deutlich: Der Crash wird sich nicht verhindern lassen, jeder Steuerzahler sollte aktiv werden.